Robia

Ungekürzter Text siehe "Bazar Oriental" 

Anfänge

Wie es begann? Auslöser waren die Märchen aus Tausendundeiner Nacht, die in dem zwölfjährigen Mädchen Silke das Interesse für den Orient weckten. Zusammen mit der besten Freundin wurden Kostüme kreiert und Szenen nachgespielt, nur so zum eigenen Vergnügen und ganz ohne Zuschauer. Getanzt wurde damals noch nicht.

Anfang der 90er belegte ich Kurse bei der VHS Duisburg und ähnlichen Institutionen, besuchte Workshops bei den unterschiedlichsten Größen der OT-Szene, machte Reisen mit Schwerpunkt Tanz. Nun war ich also eine Tänzerin. Meinen „Spielnamen“ Robia habe ich behalten, ebenso die spielerische Einstellung dazu.

 

Nebenher noch anderes

Meine hauptberufliche Tätigkeit ließ mir genug Zeit, mich um mein Tanzhobby zu kümmern. Hin und wieder schrieb ich für eine Fachzeitschrift kleine Artikel und Berichte über Veranstaltungen. Das machte Spaß, und ich lernte im Laufe der Zeit eine Menge interessanter Leute kennen, von denen einige noch heute zu meinen besten Freund/inn/en zählen.

Ein anderer Meilenstein dieser Geschichte ist meine mehrjährige Zugehörigkeit zum Bundesverband für Orientalischen Tanz e.V., dem ich kurz nach seiner Gründung beitrete und der mir ein intensives Mitwirken am Tanzgeschehen ermöglicht. Bis zu meinem Ausscheiden Ende 2000 nimmt die ehrenamtliche Arbeit dafür den größten Teil meiner freien Zeit in Anspruch, zusätzlich zu meinen Kursen und Workshops. Lehrreiche Jahre, aus denen ebenfalls viele Freundschaften hervorgegangen sind und die mich als Tänzerin und Mensch geprägt haben.

Foto von JoJo Heitkamp

 

Vorlieben und Abneigungen

Viele in der OT-Szene sind ja Spezialist/inn/en für irgendwas (Shimmy, Zimbeln, Folklore etc.), auch ich versuchte meine bevorzugte Richtung zu erkennen. Schleier mochte ich von Anfang an sehr. Langsame Bewegungen und Arm-/Handschnörkel mag ich auch. Da ich auch gern experimentiere, mache ich daraus eine Variante des „Schlangentanz“ und bin jedesmal aufs Neue überrascht über seine fast hypnotische Wirkung auf die Zuschauer.

Choreographien liegen mir weniger, ich schaffe es kaum, mir meine paar selbstgemachten zu merken. Da fällt der Tribal Style bei mir auf fruchtbaren Boden, und ich beschäftige mich intensiv damit, diese „geführte Improvisation“ zu perfektionieren.

oben: Foto von JoJo Heitkamp

 

Gedanken

Manchmal bedaure ich, daß ich erst relativ spät mit dem Orientalischen Tanz begonnen habe und denke drüber nach, wie es hätte anders sein können. Was hätte aus mir werden können, wenn ich ihm schon eher begegnet wäre?

Aber die Frage ist müßig. Tanz begleitet mich mein ganzes Leben. Meine Freundin aus Kindertagen, mit der ich die Welt von Tausendundeiner Nacht entdeckt habe, ist auch wieder da. Nach der Schule aus den Augen verloren, fanden wir vor einigen Jahren wieder zusammen. Wir stellen uns gerne vor, daß wir noch in dreißig Jahren – beim Seniorenbauchtanz? – die Hüften schwenken und damit eine Menge Spaß haben.

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